17 Cent weniger Steuer.
Aber kommen sie bei dir an?
Ab 1. Oktober sinkt die Steuer auf Benzin und Diesel. Doch eine vollständige Weitergabe an der Zapfsäule ist nicht garantiert.
Warum ist die Weitergabe nicht vorgeschrieben?
Die Energiesteuer entsteht bereits vor der Tankstelle in der Lieferkette. Das Verbrauchsteuerrecht legt die Steuer fest, nicht den späteren Verkaufspreis. Das Bundesfinanzministerium sagt deshalb: Die Weitergabe der geringeren Steuerbelastung liegt bei den Kraftstofflieferanten.
Bundesministerium der Finanzen, FAQ vom 25.09.2026
Die unbequeme Frage: Warum wird erneut ein Instrument eingesetzt, bei dem Milliarden an erwarteten Steuereinnahmen entfallen, eine vollständige Weitergabe an Verbraucher aber nicht garantiert ist?
Was kam beim ersten Versuch wirklich an?
Die fast gleiche Steuersenkung gab es im Mai und Juni 2026. Das ifo Institut verglich die Preisentwicklung in Deutschland mit Frankreich.
Im Mai-Durchschnitt ermittelte ifo 12 Cent Weitergabe bei Diesel, 16 Cent bei Super E5 und 15 Cent bei E10. Ende Juni lag Super nahezu bei der vollen rechnerischen Entlastung; Diesel blieb darunter.
Wer bekam den Teil, der nicht bei den Fahrern ankam?
Das ifo Institut stellte fest, dass ein Teil der eingesetzten Steuermittel bei Mineralölkonzernen verblieb. Das DIW schätzt für den gesamten Mai/Juni-Zeitraum konservativ mehr als 200 Millionen Euro bei Mineralölunternehmen.
Welche einzelnen Unternehmen profitierten, lässt sich mit den verfügbaren Daten nicht seriös bestimmen. Und nicht jeder fehlende Cent ist automatisch Reingewinn: Ölpreise, Wechselkurse, Raffinerie, Transport und Wettbewerb verändern sich gleichzeitig.
Warum bekommen Vielfahrer automatisch mehr?
Eine Entlastung je Liter unterscheidet nicht nach Einkommen. Wer mehr Kraftstoff verbraucht, erhält absolut mehr Entlastung. ifo kritisiert deshalb die Zielgenauigkeit. Das DIW hält direkte Zahlungen an besonders betroffene Haushalte für zielgenauer.
Die Bundesregierung begründet den Tankrabatt dagegen mit einer schnellen Entlastung bei hohen Kraftstoffpreisen und verweist auf die Wirkung des ersten Rabatts.
Was SpritStimme ab 1. Oktober prüft
Wir trennen Steueränderung, beobachtete Preisentwicklung und belastbare Aussagen zur Weitergabe. Eine Preisbewegung allein ist kein Beweis für Unternehmensgewinn.